Pilze-Fortpflanzung und Vermehrung: Pilzanbau

Pilze selbst anbauen: z.B. Austernseitling, Parasol, Schopftintling, Shii-Take, Reishi, Braunkappe, Stockschwämmchen, Krause Glucke, Gänzender Lackporling, Südlicher Schüppling, Igelstachelbart, Champignons, Limonenpilz, Foridaseitling, Chinesische Morchel, Toscana-Pilz, Kräuterseitling etc.
Dazu: Herstellung /Anzucht von Trüffelbäumen, Trüffelanbau, Trüffelzucht, Zucht von Edelreizkern und Blutreizkern, sowie Steinpilzen und Pfifferlingen

Grundkurs Pilzanbau - Einführung in die Pilzzucht
Thema: Von der Pilzspore bis zur Pilzernte/Trüffelbiotop – Pilzzucht und Trüffelanbau von A-Z
Wenn Pilze weder Tiere noch  Pflanzen sind, nicht einmal Samen haben, wie vermehren die sich eigentlich? Wie unterscheiden sie sich von den Pflanzen? Wovon und wie ernähren sie sich? Wer diese elementaren Fragen nicht umfänglich beantworten und die Antworten nicht durchdenken kann, wird kaum in der Lage sein, jemals mehr als “Pilze an Holz” zu züchten. Da reicht eine “Anbauanleitung” des  Pilzbrutanbieters hin. Das Ergebnis dann ist aber überwiegend enttäuschend.
Mykorrhizapilze anbauen?
Franzosen (?) und Spanier (!) machen es bereits: Wie und wo kann ich Steinpilze anbauen, Edel- und Blutreizker kultivieren oder Trüffeln züchten? Was geht noch? Von aktuellen Informationen bis zu vielen technischen Details, keine Frage bleibt auf diesem Seminar unbeantwortet.     
Seminarzeiten: 1. Tag 18.30-21.30 Uhr  2. Tag 09.00-17.00 Uhr 3. Tag 09.00-16.00 Uhr
Kursgebühren: 398 €/Person                                     Anmeldungen: bitte nur per Mail
Mindest-/Höchstteilnehmerzahl: fünf/zehn
Mit der Anmeldebestätigung ist eine Anzahlung fällig.
Termin:
01. bis 03. Juli 2016
Ort:
31073 Delligsen bei Alfeld/Niedersachsen -
Hotel Zur Alten Schmiede, Göttinger Str. 7
Homepage: www.doener-grill.de Tel: 05187-2351 (nur für Zimmerbuchung)

Pilzanbau_1

Seminar: Einführung in die Pilzkunde - Pilzzucht, Pilzanbau - Trüffelanbau
Der 1. Tag (18.30 bis 21.30 Uhr)

Egal aus welchem Grund man sich mit dem Pilzanbau im Haus oder Garten, vielleicht sogar mit der Anlage eines Trüffelgartens oder einer Trüffelplantage beschäftigen will, ohne grundlegende und tiefer gehende Kenntnisse der Pilzkunde sind die Chancen sehr gering, wirtschaftlich vertretbare Zuchtergebnisse zu erzielen. Insbesondere wer sich mit dem Thema gewerblicher Pilzanbau beschäftigen will, kommt daher an diesem Einführungskurs nicht vorbei:
 
Lebens-und Ernährungsweisen, Fortpflanzung und Vermehrung
Da Pilze keine Pflanzen sind, geht es zunächst darum zu erfahren und zu verstehen, wie und wovon sie sich überhaupt ernähren, welche Lebensbedingungen erforderlich sind und wie sie sich vermehren. Vorgestellt werden dazu rund 20 Pilzarten.

Von der Petrischale bis zur Ernte Teil I + II (Hauptteil am 2. Tag)
Aufgezeigt werden am 1. Tag zunächst in Kurzform und am 2. Tag ausführlicher verschiedene Anzuchtmethoden und -techniken, von der Petrischale über Reinkulturen und Körnerbrut bis hin zur Fertigkultur. Wir befassen uns darüber hinaus mit der Beurteilung und Auswahl geeigneter Substrate, sowie Möglichkeiten der Substratbeschaffung. Schließlich wird die Technik verschiedener Impfmethoden mit Impfdübeln, Körner- und Strohbrut vorgestellt, genau wie die Beurteilung von Platzwahl von der Durchwachs- bis zur Erntephase. Im weiteren Verlauf widmen wir uns der Abwehr von Pilzfeinden, sowie der Bezugsquellen von Material und Knowhow.

Materialangebot 2_1

2. Tag (09.- 17.00 Uhr): Von der Petrischale bis zur Ernte Teil II (vormittags)
+ Praktische Übungsteile im (Trüffel-)Pilzgarten + 1. Teil Trüffelanbau

Nach einem ggf. gemeinsamen Frühstück (wem Schlafsack und Luftmatratze reichen, der kann - auf Anfrage - auch gern im Pilzgarten übernachten) sichten und beurteilen wir zunächst das vorhandene Arbeitsmaterial, -gerät, Impfdübel, Pilzbrut, Fertigkulturen etc. Danach werden zwei bis drei Arbeitsgruppen eingeteilt, sowie die verschiedenen Aufgaben und Arbeitsbereiche zugewiesen. 
ab 18.00 Uhr: Geselliger Abend im Trüffelgarten (optional)  

Aufgabenteilung_1
Materialangebot_1 Sägeschnitte_1

Ob eine Braunkappen-, Champignon- oder Parasolpilzkultur im Garten angelegt, Strohballen mit Austernseitling oder verschiedene Holzstämme mit Shii-Take,  beimpft werden, ein wichtiger Teil der Aufgabe ist stets, das was genacht wird in Bild und Schrift Schritt für Schritt zu dokumentieren. Nur so ist es später möglich, einerseits Fehlerquellen zu ermitteln und andererseits erfolgreiche Arbeit in allen Detailbereichen weiter zu optimieren. - Alle 1 1/2 Stunden wird bei einer Tasse Kaffee gemeinsam eine Zwischenbilanz gezogen. Die einzelnen Gruppen tragen dazu an ihren Stationen vor, was sie wie gemacht haben und beantworten dabei die Fragen der anderen Kursteilnehmer. (Änderungen gemäß tatsächlichem Bedarf vorbehalten)

Baumstubben_1 Sägespäne_1
Morchelbeet_1
Birkenstämme beimpfen_1 Morchelkultur_1 Champignon-Kultur_1

Morcheln ansiedeln - wie ist das möglich?
Wer jemals den köstlichen Geschmack von echten Morcheln (Morchella spec. und Mitrophora) genossen hat, andererseits die enormen Schwierigkeiten bei der Morchelsuche kennt, hegt den berechtigten Wunsch entweder Morcheln anzubauen, oder aber an bekannten Stellen in freier Wildbahn die Populationsdichte zu erhöhen. - Verschiedene Techniken wie man Morcheln “ansiedelt” wird an mehreren “Morchelbeeten” gezeigt und darüber hinaus in der Praxis geübt.

Zwei Zwischenbesprechungen mit kleinen Pausen, Getränken und einem Imbiß, dazu eine Abschlussbesprechung am Nachmittag, dadurch werden viele neu aufgekommene, aber auch alte  Fragen neu beantwortet und geklärt, Kenntnisse gefestigt, Erfahrungen ausgetauscht. Ausgetauscht werden auch die Mail-Adressen. So kann der notwendige Tausch von Erfahrungen über das Seminarende fortgesetzt werden.  

Besprechung_2

3. Tag: Von der Spore zur Mykorrhizierung von Bäumen (09.00 - 16.00 Uhr)
Ob in Frankreich, Spanien, Italien, Österreich oder Kroatien und Slovenien, selbst in Ungarn, Rumänien, selbst in den USA, Australien und Neuseeland: Überall baut man inzwischen Trüffelplantagen an. Selbst mit Steinpilzen und Edelreizkern beimpfen einige unserer Nachbarn alte Bäume oder forsten damit erfolgreich auf. Zertifizierte Organisationen in Spanien sprechen von einem unglaublichen Ertrag bei Steinpilzen von 1-3 t (!) pro Hektar. Bei Trüffeln schwanken die Angaben zwischen 20 und 120 kg/ha. In Australien dagegen erreichen einige Plantagen mehr als 500kg/ha. Das ist das, was uns die Natur an guten Stellen vormacht. Festgestellt wurde dies durch aktuelle Untersuchungen der Forschungsgruppe Hypogäen. - Probieren sie doch einfach mal die Perigord-Trüffel (Tuber melanosporum) im großen Pflanzkübel (?) zu züchten... Was alles so zu beachten ist - von der Auswahl geeigneter Grundstücke, Bodenproben, Bodenanalyse, Anlage und Pflege, Mykorrhizierungskontrollen, Herstellung oder Bezug von Trüffelbäumchen etc. bis hin zur Trüffelsuche mit Vierbeinern - wird an diesem Tag vorgestellt und mit praktischen Übungen gefestigt.  

Steinpilze anbauen_1

Meterweise Angebote an getrockneten Speisepilzen (links getrocknete Steinpilze je 250 g, rechts Pfifferlinge) nicht im Großhandel, sondern in einem normalen Supermarkt wie hier in Carpentras/Provence in Frankreich. -   

Haselnuß mit Trüffel_1
Trüffelplantage_1

Eine volle Kiste mit Trüffeln beimpfte  Haselnußsetzlinge links und rechts mit unterschiedlichen Arten mykorrhizierte Eichen, Pappeln und Pinien (vor allem Trüffeln, Steinpilze und  Edelreizker)  

Mykorrhizierte Pflanzen_1

Trüffelplantage statt Streuobstwiese
Wichtigste Voraussetzung für den Trüffelanbau der bekannteren Arten ist übrigens ein alkalischer Boden. Bei Steinpilzen, Edelreizkern oder der Bianchetti-Trüffel ist das anders. Worauf es insgesamt ankommt, wird auf dem Seminar erläutert. Das Bild zeigt eine etwa 1000m² große Musterplantage in Valreas in Südfrankreich, mit verschiedenen Eichenarten und Haselnußsträuchern. Näheres dazu - sowie verschieden Trüffelbäume für Ihre Anpflanzung kaufen können Sie bei www.trueffelbaumschule.de