Pilze von der Pike auf kennen lernen...

Jeden Tag - eine ganze Pilzwoche lang z. B. in Dassel am Solling:
Pilze sammeln - Pilze bestimmen:
von Montag 09.00 Uhr bis Freitag gegen 15.30 Uhr in Altenau, Bayern, Berlin oder anderen Orten. In Höhenlagen von 200 - 600m (900m) Theorie und Praxis wechseln sich dabei ständig ab. Doppelkurs B: Inhaltlich werden die Themen aus KURS IV + V behandelt. Besondere Berücksichtigung finden auch hier die aktuellen Pilze und Wünsche der Teilnehmer. - Pilze satt - den Kurs muss man mitmachen!

Doppelkurs Typ B:    Jetzt auch als Bildungsurlaub möglich
Pilzurlaub für fortgeschrittene Einsteiger + Fortgeschrittene  19.-23. Okt. 2015

Kiefernblutreizker_102Meine Empfehlung:
Egal ob Sie mit einem Kenntnisstand von 10, 20 oder 150 Pilzarten in die intensivere Pilzkunde starten wollen – dieser Kurs ist nicht nur der zweite, kompakte  Vorbereitungskurs für Pilzberater und/oder Pilzsachverständige, sondern genau so auch für jedermann: für den Hausgebrauch geeignet.

Gefleckter Rübling_1Auf diesem Intensivseminar werden zunächst umfassende  Kenntnisse zu den Blätterpilzen wie in KURS IV vermittelt. Im weiteren speziellen Teil werden (wie in KURS V)  neben Täublingen und Milchlingen, auch andere Gruppen wie Bauchpilze, Korallen, Leistlinge, Porlinge, Trameten, Stachelpilze, die Klasse der Schlauchpilze (Ascomyceten) etwas genauer behandelt. 

Krause Glucke_103Hinweise: Dieser Kurs ist gleichzeitig auch der zweite kompakte Aufbaukurs zur Vorbereitung auf die Pilzberater- bzw. Pilzsachverständigenprüfung (inkl. optionaler Tests und Korrektur)
Die Wochenkurse der Pilzschule sind staatlich als Bildungsurlaub anerkannt.

Seminargebühr: 275 € 
Schwefelritterling_102Teilnahmezertifikat: Ja  gesticktes Abzeichen: Ja
Veranstaltungsstätte: Dassel - Hotel Deutsche Eiche

Mindestteilnehmerzahl: 8
Personen
 
Zeitlicher Ablauf: Mo - Do 09.00 – 12.00 und 13.00 - 17.00 Uhr,                  Freitag 09.00 bis 12.00 und 13.00  bis 16.00 Uhr
Speisemorchel_103
Termin: Mo 19. bis Fr 23. Oktober 2015

Anmeldung:
Mail an Pilzschule

Hier einige Urteile zu den Doppelkursen
Lieber Dieter Honstraß,
zu den zwei Wochen Doppelkurs A und B kann ich nur sagen: Grosses Kompliment. Deine offenbar umfassende Kenntnis der Materie hat mich nicht überrascht. Die setzt man bei einem Schulveranstalter voraus. Was wirklich beeindruckt hat: Deine Spannkraft und Agilität verbunden mit didaktischer Sonderklasse, hat es auch einem nicht mehr lern gewohnten Teilnehmer (wie mir) erlaubt, einem einzelnen Referenten trotz schwieriger und manchmal auch trockener Materie zwei Wochen lang fasziniert zu folgen. Nachdem ich 40 Jahre lang gar nichts mehr mit Pilzen zu tun hatte, also fast von Null wieder anfangen musste, fühle ich mich nach diesen zwei Wochen gut ausgerüstet. Das wichtigste Lernergebnis war wohl der Umgang mit der Fachsprache und das Erlernen des „Pilzauges“ – ohne beide nützen dem Laien schließlich auch die schönsten Bücher und die darin enthaltenen Schlüssel nichts. Dann waren es der systematische (Wieder-) Einstieg in die Pilzwelt, der Überblick und die vielen Übungen die mich glauben lassen, nunmehr gut ausgerüstet nicht nur den Speisepilzen nachstellen, sondern mit Zeit auch tiefer in die Materie eindringen zu können.  Und natürlich der Spass!  Mein nächster Schritt ist nun das fleißige Erlernen der botanischen Namen, damit ich mich mit den englischsprachigen Pilzfreunden an meinen Wohnorten auf Zypern und in London austauschen kann....
Gerne würde ich noch am Grundkurs II teilnehmen und  hoffe, dass Du die 2008er Termine bald bekannt geben wirst, zumal ich für Ostern schon verbucht bin. Auf meinen nächsten Deutschlandreisen werde ich dann auch versuchen, die eine oder andere Lehrwanderung mit einzuplanen.
Was mir nicht gefallen hat? Dass Du mir in Abweichung zu den von Dir im web unter „Leistungsabzeichen“ veröffentlichten Richtlinien nur 1 Sternchen verliehen hast. Dort heißt es nämlich als Voraussetzung für den 2-Sterne badge: „oder die Teilnahme an Doppelkurs A und Doppelkurs B“. Insofern wäre ich Dir für die Zusendung des richtigen Abzeichens sehr dankbar, denn „wenn schon, denn schon“. ( Anm. Hatte ich übersehen. Wurde sofort erledigt)
Bis in Bälde viele Grüsse und noch mal vielen Dank
Peter Knoedel, London

Montag 09.00 Uhr: So geht es los
Nach der Begrüßung startet dieser Kurs mit einer kurzen Einweisung in die Räumlichkeiten der Veranstaltungsstätte. Vorgestellt wird der geplanten Ablauf des ersten Tages mit einer anschließenden Vorstellungsrunde. Es geht dabei nicht darum, was jemand beruflich macht oder welche Ausbildung und/oder gesellschaftliche Position man besitzt, sondern darum seine Motive zu erläutern, warum man an diesem Kurs teilnimmt, wie der eigene Kenntnisstand eingeschätzt wird und was man von diesem Pilzlehrgang überhaupt erwartet. Die Kursteilnehmer erhalten alsdann einen Rahmendienstplan für die Woche mit Kartenausschnitten von den verschiedenen Begehungsgebieten der ersten Tage.  Vorgestellt werden in einem kurzen Überblick die drei Unterordnungen der Faserblätterpilze (Freiblättler, Hell- und Dunkelsporer) mit ihren zwölf Familien und deren Abgrenzungen untereinander.

Montag 09.45 Uhr: Pilzlehrwanderung I - Tipps zur Selbstorganisation
So eingestimmt geht es dann ins Gelände, um sich einen ersten Eindruck von der Umgebung und über die aktuelle Pilzsituation zu verschaffen, sowie erste Wald- und Wiesenpilze einzusammeln. Da auf dieser Einführungsexkursion die Gruppe zusammen bleibt, können viele Funde - unter besonderer Berücksichtigung der Lamellenpilze - sofort am Fundort besprochen und benannt werden. So lernt man schon mal die ersten neuen Pilze kennen, übt sich schon ein wenig in der systemnatischen Zuordnung und erfährt wichtige Feststellungen zur Ökologie. Empfehlenswert ist daher für alle Teilnehmer, jede diese Lehrwanderung in Wort und Bild zu dokumentieren. Schreibzeug und Digitalkamera sind also mindestens genau so wichtig, wie ein luftiger Korb mit verschließbaren Margarinebechern, um seine “Bestimmlinge” sicher zur Ausbildungsstätte zu transportieren.

Montag 12.00 - 13.00 Uhr: Mittagspause
Noch vor der  täglichen, einstündigen Mittagspause werden die Frischpilze in den Schulungsraum verfrachtet und jeweils sofort grob nach Ordnungen vorsortiert. Jeder kann natürlich die Pause dann individuell gestalten. Im Harz (nicht in Berlin) ist es sogar möglich und gestattet, Mitgebrachtes zu verzehren. Häufig wird sich aber auch zu einem gemeinsamen Mittagessen verabredet, um dabei zu fachsimpeln...

Montag 13.00 - 14.00 Uhr
Fortsetzung: Einführung in die Systematik der Agaricales

Nach Rückkehr bekommen die Pilzarten, die nun erneut (schon von den Pilzschülern) bestimmt und nach und nach benannt werden, jeweils eine eigene Präsentationsschale mit handgeschriebenem Namensschild. Auf diese Art und Weise bekommt jeder Teilnehmer auch einen ersten Überblick über die gefundenen Ascomyceten (Schlauchpilze) und Basidiomyceten (Ständerpilze). Parallel dazu wird durch Erläuterungen und Verdeutlichungen an der Tafel der Blick in die Systematik Lamellenpilze und ihrer Familien Schritt für Schritt vertieft. So werden am Beispiel der vorhandenen Frischpilze die Ordnungen, Unterordnungen, Familien und Gattungen benannt und die Pilzarten dort zugeordnet.

Wie bei einer Pilzausstellung: Eine Ordnung für die Pilzfunde
Schnell kommen so 100, 200 und im Verlauf des Kurses noch mehr Pilzarten zusammen. Das wäre ein chaotisches und damit unzumutbares  Arbeiten, wenn diese Pilze dauerhaft auf den Arbeitstischen blieben. Wie bei einer Pilzausstellung mit Frischpilzen, werden die benannten Pilze nun von eingeteilten Arbeitsgruppen auf einzelne Tische in einen separaten Bereich des großen Raumes verfrachtet und hier dann mit täglich fortschreitendem Kenntnisstand weiter nach Familien und Gattungen geordnet. Diese “Ausstellungstische” werden während des Kurses weiterhin verantwortlich von den eingeteilten Kursteilnehmern betreut. Durch diese praktische Einbindung der Schüler wird der systematische Gesamtüberblick praktisch gefestigt und gleichzeitig die Aufbauorganisation einer Ausstellung mit Frischpilzen trainiert. Die fachlichen Diskussionen der einzelnen Gruppen über die Zuordnung der Pilze und die damit verbundenen praktischen Erfahrungen festigen dabei die gerade erst erworbenen Kenntnisse.

Montag 14.00 - 15.00 Uhr Faserblätter- oder Sprödblätterpilz?
In einem weiteren Theorieblock werden die verschiedenen Familien und deren Gattungen mit Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmalen vorgestellt und am Beispiel der vorhanden Frischpilze eingeordnet. Auch wenn es dazu teilweise Seminarunterlagen gibt, es ist auf jeden Fall ratsam, sich ständig eigene Aufzeichnungen zu machen und diese in eingekürzter Form (Schummelzettel)  auf den folgenden Lehrwanderungen mitzuführen.
Empfohlener Lehrfilm zu diesem Kurs: “Bestimmung von Pilzen mit Lamellen”     

Montag 15.00 - 15.15 Kaffeepause
Kaffee und Kuchen kurz vor der zweiten Lehrwanderung des Tages, das hat sich in 2007 so ergeben, bewährt und kommt an. Dazu wird morgens jemand eingeteilt, der für die Versorgung zuständig ist. Auf Anregung von Jos Houben, Kursteilnehmer aus Holland, ist das nun ab 2008 im Seminarpreis mit inbegriffen.  

Montag 15.15 -17.00 Uhr Praktische Übungen in Feld und Flur
Auf einer zweiten Praxistour am ersten Tag, geht es in einen anderen Lebensraum, in anderer Höhenlage, Bewuchs und Exposition. Dabei stehen wieder praktische Übungen (auch mit Schummelzettel) und das Einsammeln weiterer Pilzarten im Vordergrund. Nach Rückkehr steht zwischen 17.-18.00 Uhr der “geordnete” Teil des Schulungraumes dem interessierten Publikum wie bei einer Pilzausstellung zur Verfügung. Wer will, kann hier seine ersten praktischen Übungen mit echten Ratsuchenden absolvieren. 

Dienstag, Donnerstag und Freitag laufen ähnlich gegliedert ab, wobei am Freitag bereits gegen 16. Uhr der Kurs beendet ist.

Mittwoch 09.00 - 17.00 Uhr
In den ersten zwei Tagen klotzen wir kräftig ran, um uns auf den absoluten Höhepunkt vorzubereiten: Im Harz (genau wie in Berlin, da wird allerdings das Ausflugsziel erst noch mit den Kursteilnehmern am ersten Tag festgelegt) ist das eine ganztägige Praxistour durch das wildromantische Rappbodetal in Sachen-Anhalt. Dieses Tal gehört zu den landschaftlich schönsten Gebieten in Europa. Zitat Dr. Lothar Krieglsteiner: “Ich bin schon überall rumgekommen, aber so ein schönes Stück Natur, da gibt es nichts Vergleichbares in Deutschland. - Ja, zu dieser Aussage stehe ich.”                                              

Pilzkurs DK B 2010_1

Abschlussfoto vom Doppelkurs B 2010 in Dassel
Von links nach rechts: Brigitte, Siegfried, Christoph, Henriette, Christian, Martin, Bettina, Melanie, Bernhard, Tobias, Dietmar, Andrea, Gerd und Christoph. Nur zeitweilig dabei und nicht mit auf dem Bild: Thomas, Frank, Gudrun und Günther. - Dietmar (vierter von rechts) legte auf diesem Kurs erfolgreich die Prüfung zum Pilzberater ab. Herzlichen Glückwunsch! 

Pilzseminar

Pilzseminare im Solling - Doppelkurs B
Von links nach rechts: Renate,Thomas, Lothar (fast verdeckt), Jürgen, Jan, Heike, Walter, Margarete, Martin, Christoph, Oliver, Marianne, Joerg, Torsten, Conny, Fabian, Horst, Volker, Maria, Günter Dorothee (Kurs 2011)

Startpunkt zum absoluten Highlight

150 m über der Bode

200 m über der Bode

Von Pilzen zerfressene Baumriesen

Üppige Vegetation -

Blick auf die Roßtrappe

Blick auf die Roßtrappe

Fachsimpelei auch in der Pause

Fotografieren erlaubt

Pause nach je einem Drittel der Strecke

Pilzbesprechungen vor Ort

Übersicht oder Andacht?

Mäander-Trüffel

Mäandertrüffelfund im Solling
Eveline Mertens vom Pilzfreundetreff Lüneburg ließ es sich nicht nehmen, der spontanen Einladung des Kursleiters zu folgen. Zufällig hatte man sich am Montag in Dassel in einem Geschäft beim Einkauf getroffen. “Ich wollte aber nicht mit leeren Händen erscheinen, wo doch die Teilnehmer schon am ersten Tag weit über 100 Arten zur Bestimmung gesammelt hatten” entschuldigte sie sich und präsentierte dieses Prachtexemplar. Gefunden im Hochsolling.